Haltung Kishu Ken
(dieser Abschnitt ist z.T. durch eigene Erfahrung sowie den Austausch mit Züchtern und anderen Besitzern geprägt)


Die Rasse Kishu Ken ist auch heute noch sehr ursprünglicher Natur. Jedoch werden heute die meisten Hunde nicht mehr zur Jagd eingesetzt. Aufgrund ihres Charakters eignen sich Kishus bedingt als Wachhunde, und werden in Japan zumindest sekundär auch zu diesem Zweck gehalten. Wird mit dem Kishu nicht gejagt, so ist es unbedingt erforderlich ausreichende Ersatzbeschäftigungen anzubieten. Dabei ist zu beachten, dass der Kishu als "nicht-Schlittenhund" nicht durch die reine körperliche Arbeit befriedigend gehalten werden kann. Der Kishu benötigt neben der körperlichen Beschäftigung auch geistlich fordernde Aufgaben. Als Jagdhund findet der Kishu primär nur an jagdähnlichen Beschäftigungen gefallen. Andere, auch hundetypische Spiele und Beschäftigungen, wie z.B. Stöckchen werfen, apportieren, etc., werden dem Kishu schnell langweilig. Bei nicht ausreichender körperlicher wie geistiger Beschäftigung, wird sich der Kishu typischerweise selber eine Beschäftigung suchen. Diese Ersatzleistungen beinhalten meist die Zerstörung von Gegenständen, streunen, wildern, usw.

 

Da Kishus außerordentlich selbstständig sind, ist es meist unproblematisch einen ausgelasteten Kishu im Alltag längere Zeit alleine in der Wohnung oder im (ausbruchsicheren) Garten zu lassen. Letzterer kann für die Haltung eines Kishus als essentiell betrachtet werden, da der Hund als typisch nordische Rasse sehr gut im Freien gehalten werden kann. Der Kishu wird dabei sein Revier gegenüber Eindringlingen verteidigen. Weiterhin sind Kishus sehr reinlich, verschmutzen ihr eigenes Revier also nicht.

Der mehrmals tägliche Auslauf des Kishus muss bei weitem nicht so großzügig bemessen sein, wie dies bei einem Schlittenhund der Fall ist. Kishus sind außerordentlich ausdauernd, jedoch fordern sie diese Bewegung nicht grundsätzlich ein. Es ist zu beachten, dass der Kishu, anders als westeuropäische Jagdhunderassen, ein vortrefflicher und vor allem selbstständiger Jäger ist. Der Kishu Ken zeigt bereits als Welpe seine Neigung zur Jagd. Ein ausgewachsener Kishu hingegen jagt alle Tiere, welche er aufspürt bzw. welche sich bewegen. Entsprechend seiner Jagdmethode kehrt der Kishu Ken dabei wiederholend zu seinem Führer zurück, damit dieser ihm folgen kann. Sobald der Kishu Sichtkontakt hat, wird er versuchen das Wild selber zu stellen und falls möglich zu erlegen. Dabei ist der Kishu äußerst effektiv und ist in der Lage selbst Hochwild eigenständig zu töten. Aufgrund seines starken Willens und seines ursprünglichen Charakters ist es nicht möglich einen Kishu aus der Jagd heraus (nach Sichtkontakt) abzurufen. Aus diesem Grund können in Deutschland Kishus fast ausschließlich nur an der Leine gehalten werden. 

Diese Jagdeigenschaften sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieses Jagdverhalten nicht trainierbar oder lenkbar ist. Als usprünglicher und typisch nordischer Hund ist es nicht möglich einen Kishu hinsichtlich des Jagdverhaltens zu steuern oder zu dressieren. Darüber hinaus ist zu bedenken, dass die besten Kishus vorsichtig und behutsam sind. Ein blindes aggressives Verhalten ist nicht gewünscht. Solche Hunde wurden durch die Zucht automatisch ausselektiert, da diese unvorsichtigen Hunde oft auf der Jagd getötet wurden! Kishus können sogar Angst vor erlegtem Wild haben und verbellen dieses auf Abstand.

Das teilweise aggressive Verhalten anderen Hunden gegenüber lässt sich zu einem großen Teil durch kommunikative Probleme begründen. Kishus können permanent nach oben getragene Ruten ebenso wenig korrekt deuten wie Schlappohren, die Rückenzeichnung eines Ridgebacks oder ein "verhaartes" Gesicht eines Schnauzers oder Bobtails. Untereinander sind Kishu bestrebt die Rangordnung festzustellen. Auch wenn dies mit einer hohen Agressivität geschehen kann, so kommt es anschließend wie bei allen mittelgroßen japanischen Hunden, zu einem verträglichen Miteinander. Kein Aspekt dieses Sozialverhaltens kann im Grundsatz durch Konditionierung verstärkend antrainiert werden.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
(C) 2006  | Kontakt